Der Fachbeitrag untersucht, wie autonome batterieelektrische Lkw durch eine strategisch geplante Ladeinfrastruktur in den Realbetrieb überführt werden können. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen der Transportbranche, insbesondere der Fahrermangel und die Dekarbonisierungspflichten, die durch autonome E-Lkw adressiert werden könnten. Ein zentrales Element ist die Rolle von Übergabehubs, die als Schnittstelle zwischen autonomem Fernverkehr und manuell durchgeführten Zubringerfahrten fungieren. Der Artikel analysiert, welche Standorte in Deutschland besonders geeignet sind, um Ladeinfrastruktur aufzubauen – darunter Autohöfe entlang hochfrequentierter Verkehrsachsen wie Nordrhein-Westfalen, dem Rhein-Main-Gebiet oder dem Großraum Stuttgart. Entscheidend sind dabei nicht nur die verkehrliche Erreichbarkeit, sondern auch die Verfügbarkeit von Flächen, Netzanschlusskapazitäten und logistischer Infrastruktur. Anhand einer Datenanalyse von 25,2 Millionen Lkw-Fahrten zeigt die Studie, dass bereits mit wenigen, strategisch gewählten Standorten ein erheblicher Anteil der Verkehrsströme abgedeckt werden kann. So decken fünf Standorte 20 % der Gesamtverkehre ab, während 45 Autohöfe rund 85 % erfassen könnten. Ein weiteres zentrales Ergebnis ist der hohe Bedarf an leistungsfähiger Ladeinfrastruktur: Klassische CCS-Ladesysteme reichen nicht aus, um autonome E-Lkw wirtschaftlich zu betreiben. Stattdessen sind Megawattladesysteme mit bis zu 2 MW Leistung erforderlich, die eine Steigerung der Transportkapazität um nahezu 19 % ermöglichen. Der Artikel betont zudem die Bedeutung eines sektorübergreifenden Ökosystems, das Energieversorgung, Logistikprozesse und digitale Steuerung verknüpft. Nur durch die Integration autonomer Fahrzeuge in bestehende Transportprozesse, Dispositionssysteme und Unternehmensstrukturen kann ein zuverlässiger und skalierbarer Betrieb gelingen. Die Studie liefert damit nicht nur eine fundierte Analyse, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen für Logistikunternehmen, Energieversorger und digitale Dienstleister, um die Zukunft des autonomen Straßengüterverkehrs in Europa aktiv mitzugestalten.